Der Glaube, dass die Pyramiden von Sklaven erbaut wurden, wird mit nachfolgenden Worten widerlegt.
Beschauen wir uns einmal die Definition: Das Wort Sklave kommt aus dem mittellateinischen, ein Sklave ist ein Mensch, der das Eigentum eines anderen Menschen ist und keinerlei oder nur geringen Rechtsschutz genießt. Die Sklaverei ist entstanden durch die Verwendung der Kriegsgefangenen; sie bildete die Wirtschaftsgrundlage des Altertums. Nach römischem Recht stand dem Herrn das Recht über Freilassung, Leben und Tod seiner Sklaven zu. - Während die Sklaverei im Orient bis in die neueste Zeit bestand (bzw. in einigen islamischen Ländern z. T. noch versteckt besteht), wurde in Europa im Mittelalter nur die mildere Form der Leibeigenschaft ausgebildet. Die Sklaverei nahm einen neuen Aufschwung, als im 16. Jahrhundert afrikanische Sklaven für die Zuckerrohr- und Baumwollplantagen Amerikas gebraucht wurden. Die Bestrebungen zur Abschaffung des Sklavenhandels (in England 1807, in Brasilien erst 1888) gingen vom Abolitionismus (Geschichte: US-amerikanische Bewegung 1831-1865, die aus humanitären, sozialen und politischen Gründen die Sklaverei abschaffen wollte. Ihre Vorkämpfer waren u. a. W. L. Garrison [*1805, 1879], E. C. Stanton, J. Brown.) aus; sie führten u. a. zum US-amerikanischen Bürgerkrieg. Nachdem schon in der Französischen Revolution 1789 die Abschaffung des Sklavenhandels verkündet worden war, wurde das Verbot international festgelegt (Wiener Kongress 1815, Quintupelvertrag 1841, Kongo-Akte 1885, Anti-Sklavereiakte 1890, Übereinkommen des Völkerbundes 1926, Charta der UN 1945). In der Bundesrepublik Deutschland wird Versklavung nach § 234 StGB als Menschenraub mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.
Im Gegensatz zu früheren Vermutungen (auch in manchen Reiseführern) sind die Pyramiden nach der Ansicht von Dr. Zahi Hawass und Mark Lehner nicht von Sklaven oder Fremdarbeitern gebaut worden. Diese Vorstellung stammte von Herodot, dem griechischen Historiker und Forschungsreisenden, der Ägypten um 450 v. Chr. (ca. 2000 Jahre nach dem Bau der Pyramiden) das Land besuchte. Es wurde erzählt, dass 100 000 von Menschen dazu gezwungen wurden, am Bau der Cheops-Pyramide mitzuarbeiten. Dieses wurde durch nähere Erklärungen widerlegt und Herodot falsch informiert war. Die Pyramiden wurden in freier Arbeit, mit Lohn vom Pharao, errichtet. Die Menschen, die an dem Bau der Pyramiden mithalfen (egal ob Mann oder Frau), waren so fest in ihrem Glauben, dass es für sie eine Ehre war, an solch einem Bau teilzuhaben. Der Glaube, dass sie durch den Bau des Grabmals die Wiedergeburt ihres Königs, aber auch ihre eigene und die des Landes sicherstellte, brachte die Menschen zu solchen Höchstleistungen. Sie arbeiteten in Mannschaften, die gegen einander in Konkurrenz lagen. Jede Mannschaft war in vier oder fünf kleinere Einheiten gegliedert (auch Phylen genannte - Phyle = Stamm). Jede Phyle besaß ihren eigenen Namen, z. B. "Der Große" oder "Die rechte Hand". Diese Phylen wurden wieder in kleinere Einheiten von ca. 10 - 20 Personen unterteilt, die abermals Namen hatten. Sie bekamen Getreide, Vieh, Ländereien als Entlohnung. Einige der Menschen waren zwar Zwangsverpflichtet, andere arbeiteten aber sozusagen in "Saison", und wieder andere waren "Festangestellte". Die Bauern arbeiteten in der Zeit der Überschwemmung, da sie in dieser Zeit keinen weiteren Tätigkeiten nachgehen konnten. Während den anderen Jahreszeiten, arbeiteten die anderen Berufsklassen an den Pyramiden mit, wie z. B. Steinmetze, Tischler, Gipser, Maler, Maurer, Schiffsbauer (sie bauten die Transportmittel, wie Schlitten und Barken), Holzfäller, Priester, Astrologen. Der Bäcker lieferte das Brot, der Bierbrauer das Bier für die Arbeitenden. Die Schreiber hielten alles auf Papyrus fest (diese sind leider in den Archiven von Memphis zerstört worden). Die Steinmetze brachten und bearbeiteten die Kalksteinblöcke, dann wurden sie über den Nil z. B. nach Giseh gebracht, von den Barken auf Holzschlitten umgeladen und dann von den Arbeitern endgültig zum Platz an der Pyramide gezogen. Hierbei wurden keine Räder verwendet, denn diese wären bei den schweren Steinblöcken im Sand eingesunken.
Die meisten "Sklaven" waren asiatische Kriegsgefangene. Viele gehörten Dorfgemeinschaften an und waren kein Privateigentum. Als der Handel mit anderen Ländern zunahm und das Reich sich weiter ausdehnte, gab es immer mehr ausländische Menschen. Oft mussten sie in Steinbrüchen und Bergwerken arbeiten, bis sie sich durch hervorragende Leistungen "freikaufen" konnten. Viele "Kriegsgefangene" blieben in Ägypten und gründeten in der "neuen Heimat" Familien.